Hans-Böckler-Schule
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Berliner Metallgestalter bereiten sich bei Uri Hofi auf die Gesellenprüfung vor

Die Reise nach Jerusalem

Schüler der länderübergreifenden Fachklasse der Metallgestalter aus Berlin habe zwei Wochen lang, vom 19. September bis 4. Oktober 2010, unter der Leitung von Thomas Bruland-Jordan den Kibbutz Ein Shemer in Israel besucht, um dort bei Uri Hofi zu lernen. Für die Lehrlinge eine besondere Gelegenheit, ihre überbetriebliche Lehrunterweisung nicht nur an einem faszinierenden Ort, sondern auch bei einem weltweit hoch geschätzten und erfahrenen Lehrer zu absolvieren. Hofi ist unter anderem Ehrenmeister der Berliner Innung für Metall- und Kunststofftechnik.

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Uri Hofi, geb. 1935 in Haifa ist ein international anerkannter Lehrer des Schmiedehandwerks.
Er betreibt eine eigene Schmiedeschule („Blacksmithing School") in Ein-Shemer (Israel) und ist Gastdozent an einer Schmiedeschule in den USA. Ergonomie und  wirtschaftliches Arbeiten sind ein besonderer Schwerpunkt seiner begeisternden Lehrtätigkeit. (www.uri-hofi.co.il/)



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Gerrit Frey, Schüler an der Hans-Böckler-Schule, hat die Eindrücke zusammengefasst:

Der große Vorteil der Arbeit vor Ort, in Uri Hofis eigener Werkstatt, ist die reiche Ausstattung mit Werkzeugen, darunter viele Sonderwerkzeuge. Mit ihren Arbeitsplätzen ist die Werkstatt besonders für Schulungen eingerichtet, daneben bietet eine große Ausstellung im hinteren Bereich die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen und zu sehen, wie vielfältig die Arbeit mit Metall sein kann.

Der zweiwöchige Lehrgang umfasste in erster Linie Grundlagen und Übungen nach dem Hofi-System mit dem Handhammer und wurde nach kurzer Einarbeitungs- und Umstellungsphase begeistert von uns Teilnehmern angenommen. Das Erlebnis zu erkennen, dass mit einer guten Technik eben doch viel Kraft gespart werden kann, war beeindruckend. Durch Uri Hofis einzigartige Weise, mit Witz und Charme wichtige Denkweisen in der modernen Schmiedekunst zu vermitteln, fiel es uns leicht, seine Methode umzusetzen, mit dem Hammer zu schmieden.

Dabei ging der Meister neben einer gelenkschonenden Hammerhaltung in erster Linie auf die richtige Haltung des Werkstückes ein, um neben einem längeren Halten der Wärme auch eine leichtere Bearbeitung des Materials zu erzielen. Als Beispiel sei hier das richtige Abschroten genannt, bei dem schon im Vorgang des Abschrotens der Grundstein für die folgende Bearbeitung gelegt werden kann. Manch einer mag denken, daß solche „Kleinigkeiten" unwesentlich sind. Es hat sich jedoch im Laufe des Lehrgangs gezeigt, dass durch die Addition aller vermittelten Arbeitsschritte ein weitaus hochwertigeres Ergebnis mit einem geringeren Zeitaufwand erzielt werden kann.

Der Unterricht bezog sich jedoch nicht nur auf das reine Schmieden, sondern es wurde eine Menge an theoretischem Wissen vermittelt. Der Goldene Schnitt und fachspezifische Bereiche der Werkstoffkunde standen hierbei im Mittelpunkt. Insgesamt war diese Art der Arbeit und des Studiums an diesem besonderen Ort ein kompaktes Lernangebot, das wir so nicht erwartet hatten. Alle Teilnehmer empfanden das Gelernte als eine großartige Vorbereitung auf die bevorstehende Gesellenprüfung – im praktischen, gestalterischen und theoretischen Wissen.

Die Auseinandersetzung mit dem Leben in einem Kibbutz, einer für uns unbekannten Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, hat ebenfalls neue Denkansätze vermittelt. Die Bewohner von Ein-Shemer, gelegen zwischen Tel-Aviv und Haifa, haben uns sehr freundlich aufgenommen; stets stand man uns hilfsbereit zur Seite. Ein Höhepunkt war die Einladung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Laubhüttenfestes „Sukkoth", wobei wir besonders  - wie aber auch während des gesamten Aufenthaltes - Kontakte zu sehr interessanten Menschen knüpfen konnten.

Uri Hofi und seine Familie standen uns beim Erkunden der näheren und weiteren Umgebung des Kibbuzes und bei Fahrten durchs Land mit Rat und Tat stets zur Seite, wofür unser besonderer Dank gilt. In Kleingruppen fuhren wir zu einigen großen Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel nach Akko, die Stadt der Kreuzfahrer, nach Nazareth oder nach Jerusalem mit der Klagemauer und der Altstadt. Ein gemeinsamer Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad-Vashem, wo mit mehreren, sehr ausdrucksstarken Mahnmalen der über sechs Millionen jüdischen Opfer des deutschen Nationalsozialismus gedacht wird, war der nachdenkliche Teil unserer Israelreise. Tief beeindruckt und nachdenklich haben wir die Gedenkstätte verlassen...

Unser gemeinsames Fazit dieser Reise: Es ist kaum woanders möglich, in solch kurzer Zeit mehr zu lernen, als bei Uri Hofi in seiner Werkstatt in Israel, und dazu noch die Möglichkeit zu bekommen, ein faszinierendes Land mit seinen wunderbaren Menschen kennenzulernen. Dank Uri Hofi und seiner Familie und Thomas Bruland-Jordan blickt die Fachklasse der Metallgestalter aus Berlin auf tolle Erfahrungen zurück, was auch möglich gemacht wurde durch Martin Ziegler, der uns begleitete.

Als Sponsoren und Förderer der Bildungsreise konnten der Förderverein der Hans Böckler Schule e.V. und Ausbildungsfirmen gewonnen werden. Auch jeder Auszubildende hat finanziell dazu beigetragen, dass die Bildungsreise stattfinden konnte.

 
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